Albert M. Beck feiert seinen 80. Geburtstag

von Ursula Kampmann

20. April 2017 – Es gab einmal eine Zeit, in der die Welt der Numismatik eins und ungeteilt war, als die Liebhaber antiker Münzen ganz selbstverständlich die neuesten Gedenkmünzen ihres Landes in die Münztabletts legten und in ihren wichtigsten wissenschaftlichen Publikationen endlos diskutieren konnten über den künstlerischen Wert der gerade geprägten Münzen und Medaillen. Ja, es gab einmal eine Zeit, in der die Münzhändler ganz selbstverständlich einen Anteil hatten an der wissenschaftlichen Welt, in der Handel und Museen nicht getrennt waren, in der Museumskuratoren hoch bedeutende Privatsammlungen zusammentrugen und Münzhändler an den Universitäten lehrten. Es gab einmal eine Zeit, in der alle Sammler aus Liebe am Objekt sammelten und nicht daran dachten, dass sie mit ihrer Sammlung eine möglichst große Rendite erzielen wollten. 

Diese Zeit ist lang vorbei, doch Albert M. Beck träumt noch heute von ihr. Er widmet sich mit seiner ganzen Kraft der Aufgabe, die gesellschaftlichen Entwicklungen in der numismatischen Welt, die zur Zeit des Silberbooms begannen, wieder rückgängig zu machen. Er kämpft, dass sie wieder zu Entstehen beginnt, die eine Welt der Numismatik, in der alle Sammler, alle Händler, alle Hersteller von Münzen, alle Museen und alle Wissenschaftler miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten.

1965, im Kreise der Familie, dachte Albert M. Beck sicher noch nicht daran, dass er einst im Interesse der Numismatik durch die ganze Welt reisen würde. Foto: AMB.

1965, im Kreise der Familie, dachte Albert M. Beck sicher noch nicht daran, dass er einst im Interesse der Numismatik durch die ganze Welt reisen würde. Foto: AMB.

Der Silberboom oder der Beginn der MünzenRevue

Um zu verstehen, wie das heutige Umfeld der Münzensammler entstand, müssen wir zurückgehen in die Jahre nach 1967. Bis dahin war es eine Art gute alte Zeit gewesen. Der Kreis der Münzsammler war beschränkt. Wer sich mit diesem Hobby beschäftigte, der investierte viel Zeit, Informationen über „seine“ Münzen zu beschaffen. Erhaltungen spielten kaum eine Rolle, da der historische und der künstlerische Hintergrund zählte. Es war eine eingeschworene Gemeinschaft, diese Münzsammler, doch ihre Welt zerbrach durch den Silberboom.
In Deutschland herrschte seit dem Herbst 1966 eine anhaltende Rezession. Nach der sich überschlagenden Wirtschaft der Nachkriegszeit wirkten die Entlassungen, die Inflation und die beginnenden sozialen Unruhen bedrohlich. Das Vertrauen in die Währung war schon lange vorbei, und all die Anleger investierten in Sachwerte. Allein zwischen dem September 1967 und dem März 1968 kauften private Anleger weltweit 3.000 Tonnen Gold, um in der Inflation einen sicheren Wert in Händen zu halten. Und wer dafür nicht genug Kapital hatte, der investierte in Silber, so dass dieses Metall, das im August 1967 noch 260 Franken pro Kilo gekostet hatte, im Frühjahr des Jahres 1968 auf 350 Franken stieg und seinen Höchststand mit 2.000 Franken erreichte. Die Folge war eine Jagd auf Münzen. In der Schweiz sammelte alle Welt Umlaufmünzen, deren Silbergehalt ihren Nominalwert bei weitem überstieg, in Deutschland rissen die Sammler plötzlich den Banken die Gedenkmünzen aus den Händen, die bis dahin eher wie sauer Bier hatten angeboten werden müssen, und ein junger Student besuchte die geldgeschichtlichen Vorlesungen der Basler Professoren Hill und Erbe.

Dieser junge Student hieß Albert M. Beck, und so jung war er eigentlich schon gar nicht mehr. Geboren am 15. April des Jahres 1937 in Neuenkirch, Kanton Luzern, hatte er schon eine halbe berufliche Karriere hinter sich. Als eines von 12 Kindern hatte er natürlich keine Chance auf ein Studium gehabt. Nach seiner schulischen Ausbildung entschied er sich für eine Lehre als Buchdrucker und Schriftsetzer. Doch die Arbeit am Setzkasten hatte ihm genauso wenig genügt, wie seine Stelle als Korrrektor, die er seit dem Jahr 1961 bei der Buchdruckerei Werner Bischoff in Basel bekleidete. Lehrer wollte er werden, und das obwohl er in der Buchdruckerei Bischoff in wenigen Jahren zum Chef Revisor aufstieg. Um dieses Ziel zu erreichen, drückte Albert M. Beck neben seinem normalen Arbeitstag am Abend die Schulbank, holte 1965 die Matura nach, wie man in der Schweiz das „Abitur“ nennt. Damit besaß er damals die Befähigung zu lehren und das tat er, zunächst mit einem Teilzeitpensum von 9 Wochenstunden an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel, später an der Kunstgewerbeschule und bis zu seiner Pensionierung an der Schule für Gestaltung.
Doch damit war Albert Beck immer noch nicht zufrieden. Er entschloss sich 1968, die Philosophisch-Historische Fakultät der Universität Basel zu besuchen. Und eben am Höhepunkt des Silberbooms, als alle Welt plötzlich das Münzsammeln entdeckt zu haben schien, da hörte er die geldgeschichtlichen Theorien seiner Professoren und diskutierte mit seinen Kommilitonen ganze Nächte über die aktuellen Entwicklungen.
Bald war Albert Beck klar, dass es eine Zeitschrift brauchte, um die vielen Schweizer, die durch den Silberboom zu Sammlern (oder auch zu Ansammlern) geworden waren, zu betreuen. Und so wurde auf seine Initiative die Basler Gesellschaft zur Förderung der Numismatik gegründet, die eine Zeitschrift herausgab, die als MünzenRevue mittlerweile in das 49. Jahr ihres Erscheinens geht. 

Im Mai 1971 stellte Albert M. Beck seine junge Zeitschrift, die MünzenRevue, an der Münzenbörse in Rom vor. Foto: AMB.

Im Mai 1971 stellte Albert M. Beck seine junge Zeitschrift, die MünzenRevue, an der Münzenbörse in Rom vor. Foto: AMB.

Die erste MünzenRevue

Die MünzenRevue war geboren. Sie befasste sich mit der Frage, die heute noch 90 % aller Menschen, die eine Münze besitzen, interessiert: „Was ist Ihre Münze wert?“ Dazu gab es bereits den Preisindex für deutsche und schweizerische Münzen. Victor Gadoury berichtete damals über Tauschtreffen und Auktionen, sowie über die Neuheiten, und so stellte er in dieser ersten Ausgabe die damals bereits geplanten Olympiamünzen anlässlich der XX. Olympischen Spiele 1972 in München vor, die dem Münzsammeln in Deutschland zu einem breiten Durchbruch verhelfen sollten. Es gab damals bereits die Rubrik Termine und einen großen Anzeigenteil, wobei sich die etablierten Firmen wie die Zürcher Bank Leu oder die Basler Münzen und Medaillen AG zunächst vornehm zurückhielten.

Gründung der Organisation Europäischer Münzbörsen - OEMB

Hatte der traditionelle Münzhandel vom Vertrauensverhältnis gelebt, das sich über eine Jahrzehntelange Sammlertätigkeit zwischen Händler und Sammler entwickelte, war der „neue Markt“ für den neu eingestiegenen Sammler fast undurchschaubar. Unzählige kleine und große Händler boten den potentiellen Käufern Münzen an, zum Teil zu fairen, zum Teil zu überhöhten Preisen. Wie sollte man sich orientieren? Eine Zeitschrift war eine Möglichkeit, der direkte Vergleich auf einer Art Marktplatz eine andere. So entwickelten sich aus den bisher privat von Vereinen veranstalteten Sammlertreffen regelrechte Münzbörsen, deren Organisation den Einsatz eines ganzen Teams benötigte. Wie die Pilze nach einem warmen Regen schossen diese Börsen aus dem Boden, überall in ganz Europa. Und wie bei allem Wuchs kam es bald zu Wildwuchs. Eine Konkurrenz der Börseninhaber entstand, die wahrlich nicht zum Nutzen der Sammler war.

Am Vorabend zum 1. Bayerischen Münztag 1970 in München fanden die ersten Vorgespräche zur Gründung einer Vereinigung der Börsenorganisatoren statt. Alle später an der Gründung am 26. Juni 1971 Beteiligten, sind hier bereits anwesend: Am Tisch in der Mitte sitzt Albert M. Beck, der später als erster Vorsitzender und Generalsekretär der OEMB fungieren sollte, l. von ihm Brigitte Landenberger, Hamburg, r. von ihm Gianfranco Lissoni, Mailand. Hinter Albert Beck steht Gerhard Richter, Berlin, vorne links sitzt Walter Oswald, Gründer der Münchner Münzbörse, der Vorläuferveranstaltung der Numismata. Foto: AMB.

Am Vorabend zum 1. Bayerischen Münztag 1970 in München fanden die ersten Vorgespräche zur Gründung einer Vereinigung der Börsenorganisatoren statt. Alle später an der Gründung am 26. Juni 1971 Beteiligten, sind hier bereits anwesend: Am Tisch in der Mitte sitzt Albert M. Beck, der später als erster Vorsitzender und Generalsekretär der OEMB fungieren sollte, l. von ihm Brigitte Landenberger, Hamburg, r. von ihm Gianfranco Lissoni, Mailand. Hinter Albert Beck steht Gerhard Richter, Berlin, vorne links sitzt Walter Oswald, Gründer der Münchner Münzbörse, der Vorläuferveranstaltung der Numismata. Foto: AMB.

Albert M. Beck stand als Redakteur der MünzenRevue ein wenig abseits von dem Getümmel, sah aber natürlich, dass sich niemand durch die sich überschneidenden Termine Gutes tat. Und so ergriff er die Initiative, sprach mit einigen der wichtigsten Börseninhaber und erntete breite Zustimmung für seine Idee, eine Organisation Europäischer Münzbörsen zu gründen, deren Mitglieder ihre Börsen nach einem bestimmten Standard leiten sollten. Am 26. Juni 1971 wurde im Löwenbräukeller in München die Gründungsversammlung der OEMB abgehalten. Albert M. Beck wurde zum Generalsekretär und ersten Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Leitung diskutierte man über die Zulassungsbedingungen für Händler, die gegenseitige Unterstützung der Mitglieder und gemeinsame Werbung. Auf Antrag des 2. Vorsitzenden Walter Oswald, der damals die Vorläuferveranstaltung der heutigen Numismata organisierte, wurde ausdrücklich verboten, Händler zuzulassen, die Fälschungen oder Nachprägungen auf ihren Tischen zum Verkauf anboten.
Punkt 15 des Protokolls enthielt eine Absprache der Orte und Termine der Münzbörsen, wobei eine Münzbörse in Basel am 22. Januar 1972 den Anfang machte, eine Münzbörse, die es erst zu gründen galt.

Nachdem sich die etablierten Münzhandlungen zunächst skeptisch von der neuen Sammlerschaft ferngehalten hatten, mussten auch sie sich bald der neuen Entwicklung stellen. Hier ein Bild von der Basler Münzbörse 1976, das den Börsentisch der Bank Leu zeigt. 2. von r. Dr. Alan Walker, 3. von r. Silvia Hurter. Foto: AMB.

Nachdem sich die etablierten Münzhandlungen zunächst skeptisch von der neuen Sammlerschaft ferngehalten hatten, mussten auch sie sich bald der neuen Entwicklung stellen. Hier ein Bild von der Basler Münzbörse 1976, das den Börsentisch der Bank Leu zeigt. 2. von r. Dr. Alan Walker, 3. von r. Silvia Hurter. Foto: AMB.

Die Basler Münzbörse wird zur World Money Fair

Die ersten Münzbörsen in Basel waren allen damaligen Veranstaltungen ähnlich. Hinter langen Reihen von Tischen standen die Händler und boten den in endlosen Schlangen vorbeiziehenden Kunden ihre Ware zum Kauf an. Albert Beck wird sich daran gefreut haben, denn sowohl die Münzbörsen als auch die MünzenRevue entwickelte sich prächtig. Was sich auch entwickelte, war seine Kenntnis der aktuellsten Numismatik, der Gegenwartsmünzen, für die sich damals kein Numismatiker, der etwas auf sich hielt, interessieren wollte. Die Wissenschaftler und Museumskuratoren standen nämlich mit leicht gerümpfter Nase abseits bei diesem Ausverkauf des Münzsammelns. Niemand war bereit, sich mit dieser „Unterschichten-Numismatik“ abzugeben. Die Bemühungen der Münzstätten um Sammler wurden als Geldbeutelschneiderei kritisiert – und einige Staaten hatten ihre Münzprogramme tatsächlich ein wenig zu sehr auf den Profit ausgerichtet. Aber als sich abzeichnete, dass der Silberboom und die damit verbundenen Münzkäufe zurückgehen würden, war der Bedarf von Regierungen und Münzstätten an Spezialisten für den Markt an modernen Münzen groß, und dies war die Lücke, die Albert M. Beck für sich entdeckte.

Bereits anlässlich der 5. Basler Börse fand ein Kolloquium statt, das den Sammlern Informationen bieten sollte. Es sprachen damals (von l. nach r.) Georg Wimmelmann, Hannover, über die Medaille in der Kunst, Albert M. Beck über sinnvolles Sammeln, Oluf Zierl, München, über Fälschungen und W. Diebold, Karlsruhe, über die Münzen der Baltischen Staaten. Foto: AMB.

Bereits anlässlich der 5. Basler Börse fand ein Kolloquium statt, das den Sammlern Informationen bieten sollte. Es sprachen damals (von l. nach r.) Georg Wimmelmann, Hannover, über die Medaille in der Kunst, Albert M. Beck über sinnvolles Sammeln, Oluf Zierl, München, über Fälschungen und W. Diebold, Karlsruhe, über die Münzen der Baltischen Staaten. Foto: AMB.

Albert M. Beck - Gefragter Spezialist für aktuelle Prägungen

Bald war der Redakteur der MünzenRevue ein gefragter Berater, wenn es darum ging, zukunftsträchtige Münzprogramme zu entwerfen. Seinen ersten Auftrag erhielt er von der russischen Außenhandelsbank in Moskau, die anlässlich der XXII. Olympiade 1980 in Moskau ein Nachfolgeprogramm von Olympischen Münzen und Medaillen plante, ein Münzenprogramm, das westliche Devisen ins Land bringen sollte. Bis dahin hatte man Münzen anlässlich der großen Siege in vaterländischen Kriegen geprägt oder Stücke mit dem Porträt Lenins, die sich für den weltweiten Markt nicht allzu sehr eigneten. So brauchte es einen Spezialisten, der den Markt kannte und die Münzhersteller in Moskau und Leningrad beraten konnte. Ihm, dem schweizerischen Redakteur, zeigte man stolz die ersten Entwürfe, welche die Größe Russlands der Welt bekannt machen sollten. Albert berichtet gerne darüber, was er damals tat: Er zerriss die Entwürfe. Sie waren voll von politischen Aussagen gewesen, deren „Message“ wenig mit dem Olympischen Geist zu tun hatte. Natürlich war die Aufregung groß, doch nach vierzehn Tagen wurden neue Entwürfe präsentiert, die seine Anregungen umgesetzt hatten.

Fidel Castro besucht seine Ausstellung DEPORTFILX in Havanna und besichtigt die dort vorgestellten Münzen. Albert M. Beck saß in der Jury. Foto: AMB.

Fidel Castro besucht seine Ausstellung DEPORTFILX in Havanna und besichtigt die dort vorgestellten Münzen. Albert M. Beck saß in der Jury. Foto: AMB.

Russland blieb nicht das einzige Land, in das Albert M. Beck eingeladen wurde. Viele Staaten holten sich ihn als Spezialisten ins Land, so, und auch davon erzählt Albert gerne, das kommunistische Kuba, das 1982 mit der westlichen Welt ins Geschäft kommen wollte. Als Reisender in Sachen Gegenwartsnumismatik durfte Albert Beck die bedeutendsten Politiker der Zeitgeschichte kennenlernen. Seine Spezialisierung führte ihn in Schichten, von denen der brave Schweizer Familienvater bis dahin nicht zu träumen gewagt hatte.

1981 nahm die Royal Canadian Mint als erste Münzstätte und Ehrengast an der 10. Basler Münzbörse teil. Hier übergibt Albert M. Beck das traditionelle Gastgeschenk. Foto: AMB.

1981 nahm die Royal Canadian Mint als erste Münzstätte und Ehrengast an der 10. Basler Münzbörse teil. Hier übergibt Albert M. Beck das traditionelle Gastgeschenk. Foto: AMB.

Die Münzstätten kommen nach Basel

Natürlich brachten diese Kontakte eine enge Verbindung zu den internationalen Münzstätten mit sich, und in dieser Funktion lud die Royal Canadian Mint Albert M. Beck zu ihrer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung der neuesten kanadischen 1 $ Silbergedenkmünze in Frankfurt ein. Der optimistische kanadische Münzstättendirektor hatte ein Buffet für 40 Leute geordert, um die Vertreter der Presse zu verköstigen, doch nur ein Journalist war gekommen. Klar, dass die Enttäuschung groß war. Und in diese Enttäuschung hinein fielen die Ratschläge Albert M. Becks auf fruchtbaren Boden. Er riet damals nämlich, nicht über die Presse zu den Sammlern zu gehen, sondern sie direkt dort zu suchen, wo sie sowieso schon waren, auf den Münzbörsen. Und so nahm die Royal Canadian Mint als erste Münzstätte und Ehrengast 1981 an der 10. Münzenbörse Basel teil.

Viele andere Münzstätten stellten in Basel ihre Neuheiten vor, so hatte 1986 Mexiko seinen großen Auftritt, als dort die Fußballweltmeisterschaft stattfand. Für Aufsehen sorgte damals Fritz Walter, Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, der für sein Engagement im Dienste der Sporthilfe mit der goldenen Basler Plakette ausgezeichnet wurde. Foto: AMB.

Viele andere Münzstätten stellten in Basel ihre Neuheiten vor, so hatte 1986 Mexiko seinen großen Auftritt, als dort die Fußballweltmeisterschaft stattfand. Für Aufsehen sorgte damals Fritz Walter, Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, der für sein Engagement im Dienste der Sporthilfe mit der goldenen Basler Plakette ausgezeichnet wurde. Foto: AMB.

Die Münzbörse Basel bot der Royal Canadian Mint eine Öffentlichkeit, von der sie bis dahin nicht zu träumen gewagt hatte, und Albert Beck begriff, dass nicht nur Kanada diese Öffentlichkeit brauchte. Er begann, aktiv bei den Münzstätten für eine Teilnahme an der Basler Börse zu werben. Und sie kamen, angelockt zunächst von den Sammlern, dann von den zahlreichen Wiederverkäufern, mit denen man sich bald regelmäßig in Basel traf. Heute ist die World Money Fair in Berlin der weltweit wichtigste Treffpunkt, „der“ Messeplatz für Münzstätten, Münzhändler, Wiederverkäufer, Zuliefererindustrie und Sammler. Was aus der kleinen, bescheidenen, lokalen Münzenbörse Basel geworden ist, hätte sich Albert Beck in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, aber er war es, der es möglich gemacht hat, durch sein Vorstellungsvermögen, seine Geduld und Standhaftigkeit und nicht zuletzt durch seinen engen Kontakt mit allen Mitspielern im Marktgeschehen.

Seit 1994 werden die Olympiamünzen offiziell in Basel vorgestellt. Damals präsentierte man unter den wachen Augen des IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch die Münzen, die anlässlich der Winterspiele in Lillehammer geprägt wurden. Foto: AMB.

Seit 1994 werden die Olympiamünzen offiziell in Basel vorgestellt. Damals präsentierte man unter den wachen Augen des IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch die Münzen, die anlässlich der Winterspiele in Lillehammer geprägt wurden. Foto: AMB.

Das IOC als Motor der Entwicklung

Albert Becks Einsatz für die Olympiamünzen von Moskau blieb beim Internationalen Olympischen Komitee nicht unbemerkt. Und man stellte fest, dass man tatsächlich einen Fachmann brauchte für die Münzen, die einen immer größeren Teil der Umsätze ausmachten. Engere Kontakte wurden hergestellt, und bald betreute Albert Beck als Exekutivmitglied der Olympischen Sammlerkommission im IOC sowohl die olympischen Neuausgaben wie auch die Münzen im Olympia-Museum in Lausanne. Das ist der Grund, warum Jahrzehntelang alle Olympiamünzen zuerst anlässlich der World Money Fair vorgestellt wurden. Deshalb kam der Präsident des IOC, Juan Antionio Samaranch, im Jahr 1994 nach Basel, um die World Money Fair zu eröffnen.

IOC-Präsident Dr. J. Rogge gratuliert A.-M. Beck zu seiner Ausstellung über die Winterolympiaden in St. Moritz 1928 und 1948. Foto: AMB.

IOC-Präsident Dr. J. Rogge gratuliert A.-M. Beck zu seiner Ausstellung über die Winterolympiaden in St. Moritz 1928 und 1948. Foto: AMB.

Albert M. Becks größte Fähigkeit war immer sein Talent für das, was man heute als Networking bezeichnet. Er förderte großzügig vielversprechende junge Leute, war und ist ein guter Gesprächspartner, der in vielen Sprachen eloquent parliert. Seine Art, das Leben zu genießen, gefällt anderen, und so hat sich mit vielen in der Numismatik wichtigen Gestalten ein entspanntes, freundschaftliches Verhältnis entwickelt, das allen „Babys“ Albert M. Becks, der MünzenRevue, der World Money Fair und den Olympiamünzen, zugute kommt.

Als 2001 die 30. World Money Fair gefeiert werden konnte, war sie noch ein

Als 2001 die 30. World Money Fair gefeiert werden konnte, war sie noch ein "Familienunternehmen" - hier Albert M. Beck zwischen seiner Frau Alda und seiner Tochter Emanuela. Foto: AMB.

Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag

Trotz seiner 80 Jahre und einer schweren Krankheit, mit der er vor gut 15 Jahren zu kämpfen hatte, nimmt Albert Beck immer noch aktiv an der Numismatik teil, reist durch die ganze Welt, freut sich auf die nächste Mint Directors Conference und genießt heute den Erfolg, den er in all den Jahren so sorgfältig erarbeitet hat.

Albert M. Beck bei seiner Ansprache zur World Money Fair 2005 in Basel. Seit 2006 ist diese weltweit führende Fachmesse für Münzen nach Berlin umgezogen und wird von Barbara Balz erfolgreich operativ geleitet. Foto: AMB.

Albert M. Beck bei seiner Ansprache zur World Money Fair 2005 in Basel. Seit 2006 ist diese weltweit führende Fachmesse für Münzen nach Berlin umgezogen und wird von Barbara Balz erfolgreich operativ geleitet. Foto: AMB.

Immer noch wirbt er für seine Vision der numismatischen Welt, für die eine Numismatik, in der Sammler und Händler, Münzproduzenten und Museen, Wissenschaftler und Journalisten ohne Vorurteile und Abneigungen miteinander diskutieren, um die Begeisterung für die Numismatik verbreiten.

Albert M. Beck mit einem seiner numismatischen Ziehkinder, Ursula Kampmann, die erst für 10 Jahre in seine Fußspuren getreten ist als Redakteurin der MünzenRevue, um später - wie er - eine eigene Zeitschrift zu gründen. Foto: WMF / Berlin.

Albert M. Beck mit einem seiner numismatischen Ziehkinder, Ursula Kampmann, die erst für 10 Jahre in seine Fußspuren getreten ist als Redakteurin der MünzenRevue, um später - wie er - eine eigene Zeitschrift zu gründen. Foto: WMF / Berlin.

Die MünzenWoche sieht sich mit ihrem Ansatz, eine Brücke der numismatischen Welt zu sein, der Vision Albert Becks eng verpflichtet. Auch die Gratulantin gehört zu den vielen jungen Leuten, die Albert einst großzügig gefördert hat. 

Lieber Albert, danke für alles! Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag, und bitte, mach noch viele Jahre weiter so!

Mehr über Albert M. Becks World Money Fair erfahren Sie auf der offiziellen Website.

Den Katalog der Olympiamünzen von Albert M. Beck stellt Ihnen die MünzenWoche hier vor.

Und über das 45-jährige Bestehen der vom Jubilar gegründeten MünzenRevue erzählt dieser MünzenWoche-Beitrag von Rainer Albert.

Und die wichtigsten Daten zu Albert M. Beck kurz zusammengefasst und viele weitere Links finden Sie auch in unserem Who’s Who.

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