Gothaer Sonderausstellung zum 300. Geburtstag Winckelmanns

16. März 2017 – 2017 jährt sich der Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann zum 300. Mal. Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, dem Archäologen, der auch als Begründer der Kunstgeschichte gilt, eine Kabinettausstellung zu widmen: „Vollkommenheit in feinster Gravüre – Antike Gemmen um 1760“ wird bis zum 9. April 2017 im Ausstellungskabinett des Herzoglichen Museums zu sehen sein. Sie reiht sich in eine Vielzahl von nationalen und internationalen Projekten zum Gedenken an den großen Archäologen (1717-1768) ein.

Wagenrennen im Circus Maximus, 1. Jahrhundert n. Chr. Honigfarbener Karneol. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Lutz Ebhardt.

Wagenrennen im Circus Maximus, 1. Jahrhundert n. Chr. Honigfarbener Karneol. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Lutz Ebhardt.

Die Ausstellung zeigt Gemmen aus acht Jahrhunderten römischer und sasanidischer Steinschneidekunst, die durch Lupen betrachtet werden können und das Thema so für den Besucher anschaulich machen. Lichtkästen und eine Medienstation präsentieren zudem Gemmen im Großformat. Wie die Steine ursprünglich, vor ihrer Bearbeitung ausgesehen haben, veranschaulichen einige erlesene Rohedelsteine. 

Armband. Fassung um 1800, römische Gemmen 1. Jh. v. Chr.-.2. Jh. n. Chr. Das äußerst kunstvolle und wertvolle Armband mit sieben römischen Gemmen stammt aus dem Nachlass von Herzog Friedrich IV. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1774-1825). Dieser hat sich viele Jahre in Rom aufgehalten und dort selbst Grabungen veranlasst. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Lutz Ebhardt.

Armband. Fassung um 1800, römische Gemmen 1. Jh. v. Chr.-.2. Jh. n. Chr. Das äußerst kunstvolle und wertvolle Armband mit sieben römischen Gemmen stammt aus dem Nachlass von Herzog Friedrich IV. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1774-1825). Dieser hat sich viele Jahre in Rom aufgehalten und dort selbst Grabungen veranlasst. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Lutz Ebhardt.

Die Schau widmet sich darüber hinaus Winckelmanns Gemmenforschung zur antiken Stilentwicklung und zeigt in diesem Zusammenhang auch die Stellung des Gothaer Hofes zur Gemmenkunst anhand zeitgenössischer Archivalien auf. Hierzu zählt beispielsweise der Briefverkehr, der zwischen Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg und seinem Kunstagenten in Rom, Johann Friedrich Reiffenstein, überliefert ist. Außerdem veranschaulichen einige Gemmen aus Goethes Besitz – als Spiegel des zeitgenössischen Kunsttransfers – den geistigen Austausch Ernsts II. mit dem Dichterfürsten zur Gemmenkunst.

Die Sonderausstellung zu Ehren Winckelmanns konnte mit ihren Objekten aus den reichen Beständen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha schöpfen. Wesentlich bereichert wird sie durch wertvolle Leihgaben aus der Forschungsbibliothek Gotha, dem Thüringischen Staatsarchiv Gotha und der Klassik Stiftung Weimar, die sehr zuvorkommend und unproblematisch zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Stiftung Friedenstein.

Und Termine rund um diese Ausstellung finden Sie hier.

Deutschland ehrt Winckelmann übrigens durch eine Gedenkmünze. Selbstverständlich haben wir in der MünzenWoche darüber berichtet.

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