Die Münzen der Paläologen im Königreich Bulgarien

Ursula Kampmann

22. März 2018 – Seit dem Turmbau von Babel, so behauptet es zumindest die Bibel, sprechen die Menschen verschiedene Sprachen, damit ihre gemeinsamen Leistungen nicht an die göttliche Sphäre heranreichen können. Tatsächlich wären wir wohl in jeder Wissenschaft weiter, wären wir in der Lage, das perfekt zu rezipieren, was in anderen Ländern in anderen Sprachen publiziert wird. In der Numismatik hat es sich deshalb in den letzten Jahren eingebürgert, dass, wer verstanden werden will, sich der englischen Sprache bedient. Und aus genau diesem Grund hat der bulgarische Numismatiker Konstantin Dochev seiner umfassenden Studie zum byzantinischen Münzumlauf der paläologischen Epoche im Königreich Bulgarien nicht nur eine englische Zusammenfassung beigegeben, sondern auch den Katalog durchgehend zweisprachig gestaltet.

Konstantin Dochev, The coins of the Byzantine Palaeologos Family in the coin circulation of the Bulgarian Kingdom in period 1259-1396. Centrex 2017. 2 Bde.: Bd. 1: Text. 308 S., mit Grafiken in Schwarz-Weiß. Bd. 2: Katalog. 215 S. mit Abbildungen in Schwarz-Weiß und 4 Tafeln in Schwarz-Weiß. 29,6 x 21 cm. Paperback. ISBN: 978-954-913-083-6. 80 Euro zzgl. Versandkosten.Konstantin Dochev, The coins of the Byzantine Palaeologos Family in the coin circulation of the Bulgarian Kingdom in period 1259-1396. Centrex 2017. 2 Bde.: Bd. 1: Text. 308 S., mit Grafiken in Schwarz-Weiß. Bd. 2: Katalog. 215 S. mit Abbildungen in Schwarz-Weiß und 4 Tafeln in Schwarz-Weiß. 29,6 x 21 cm. Paperback. ISBN: 978-954-913-083-6. 80 Euro zzgl. Versandkosten.

Konstantin Dochev, The coins of the Byzantine Palaeologos Family in the coin circulation of the Bulgarian Kingdom in period 1259-1396. Centrex 2017. 2 Bde.: Bd. 1: Text. 308 S., mit Grafiken in Schwarz-Weiß. Bd. 2: Katalog. 215 S. mit Abbildungen in Schwarz-Weiß und 4 Tafeln in Schwarz-Weiß. 29,6 x 21 cm. Paperback. ISBN: 978-954-913-083-6. 80 Euro zzgl. Versandkosten.

Professor Konstantin Dochev ist in Bulgarien als ausgezeichneter Kenner der mittelalterlichen Münzprägung des Balkans bekannt. Er ist der Leiter des Veliko Tarnovo Office des in Sofia gelegenen Nationalen Instituts und Museums für Archäologie. In dieser Funktion gehört er zu den Experten, die mit der bulgarischen Polizei zusammenarbeiten, um die Schatzsuche mit Metalldetektoren und den illegalen Antikenhandel zu unterbinden.

Thema seiner aktuellen Arbeit ist der Münzumlauf von byzantinischen Gold- und Bronzeprägungen der Paläologen, genauer gesagt, die Periode zwischen der Zerstörung des Zweiten Bulgarischen Reiches bzw. der Rückeroberung von Konstantinopel durch die byzantinischen Herrscher im Jahr 1261 und der Schlacht bei Nikopolis im Jahr 1396, als das letzte bulgarische Teilreich unter osmanische Herrschaft kam.

Bulgarien liegt heute nördlich von der Türkei und Griechenland. Historisch gesehen war das bulgarische Reich ein direkter Nachbar des byzantinischen, das es nach dem Nordwesten hin geradezu abriegelte. Wer also nicht mit dem Schiff kam, um Handel zu treiben, hatte keine andere Wahl, als das Land zu durchqueren. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass das byzantinische Geld in großen Mengen nach Bulgarien strömte.

Dochev untersucht, welche Münzen wo und wann gefunden werden. Seine Forschungen, die auf einer großen Zahl von Hort-, Streu- und Siedlungsfunden beruhen, ermöglichen es ihm, die Chronologie der paläologischen Prägungen genauer zu fixieren. Deshalb ist sein Katalog nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Münzhändler und -sammler mit wissenschaftlichen Ambitionen wichtig. Wer nach dem neuesten Stand der Forschung datieren will, muss sich an diesem Katalog orientieren.
Um ihn besser benutzbar zu machen, verlässt sich Dochev nicht auf die meist ungenügenden Fotos – die schüsselförmige Form der Münzen macht es extrem schwer, jedes Detail festzuhalten –, sondern gibt zusätzlich eine Umzeichnung. Dazu ist der GESAMTE KATALOG zweisprachig angelegt, was jeder westliche Nutzer zu würdigen wissen wird. Schließlich wird das Bulgarische in einer bulgarischen Variante der kyrillischen Schrift geschrieben und ist deshalb für den Ungeübten völlig unverständlich.

Aus dem gleichen Grund weiß der Nutzer auch die acht eng beschriebenen Seiten mit der Zusammenfassung zu schätzen, die für eine wissenschaftliche Diskussion als Ausgangsbasis dienen kann.

Nun bleibt dem Buch nur zu wünschen, dass es von all denen, die sich mit byzantinischer Numismatik beschäftigen, wahrgenommen wird, und dass es das Echo findet, das es verdient.

Bestellt werden kann das Buch über Dr. Plamen Patchev in Sofia.

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